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Knieschmerzen - Warum eine Operation bei Knieschmerzen nicht immer die beste Behandlung ist

Wann wird operiert?

Ob eine Operation durchgeführt werden sollte oder nicht, ist stark vom individuellen Krankheitsverlauf und der Diagnose durch den behandelnden Arzt abhängig. In einigen Fällen ist eine Operation unumgänglich, um Schmerzen zu lindern und die Funktion des Kniegelenkes wiederherzustellen. 

Eine arthroskopische Behandlung ist hierbei häufig die gewählte Methode, um mittels eines winzigen Hautschnittes eine kleine Kamera ins Kniegelenk einzubringen und mit kleinstem Besteck zu operieren. Zurück bleibt nach der OP lediglich eine punktuelle Narbe am Gelenk. Damit können strukturelle Verletzungen im Kniegelenk (Meniskusrisse, Kreuzbandverletzungen, ...) behandelt werden.

risiken der operation

Wie bei jedem operativen Eingriff besteht die Gefahr der Infektion durch den invasiven Eingriff. Auch ist durch bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT) vor der Operation in einigen Fällen nicht eindeutig festzustellen, ob tatsächlich strukturelle Verletzungen vorliegen. So kann es vorkommen, dass erst während der OP etwa ein intaktes Kreuzband erkannt wird, obwohl zuvor eine Verletzung des Bandes diagnostiziert worden war. Eine gute Diagnostik ist hier entscheidend.

Wie wird konservativ behandelt?

Im Rahmen der konservativen Behandlung kommen je nach Verletzung und Einschränkung verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz. In einigen Fällen können Orthesen und Bandagen helfen, die Kniefunktion zu unterstützen, das Kniegelenk in einer physiologischen Position zu halten oder das Gleiten der Patella zu unterstützen. Auch kann ein gezieltes Kräftigungstraining helfen, Schmerzen zu reduzieren und die Kniefunktion zu verbessern.

risiken

Die Risiken bei der konservativen Behandlung sind deutlich geringer als bei einer Operation. Ein Infektionsrisiko besteht nicht. Hier kann es eher zu Schädigungen des Kniegelenkes kommen, wenn während des Aufbautrainings infolge einer Verletzung zu schnell mit hohen Intensitäten trainiert wird. Die richtige Belastungssteuerung sollte deshalb oberste Priorität haben.

Welche behandlung ist effektiver?

In einer Meta-Analyse¹ von 2017 wurden die Ergebnisse von 25 Studien bei Patienten mit arthrotischen Veränderungen im Knie untersucht. Die Autoren verglichen die Erfolge der beiden Behandlungsmethoden (Operation & konservative Behandlung) anhand der Schmerzen der Patienten und der Kniefunktion bis drei Monate und zwei Jahre nach der Behandlung. 

Drei Monate nach beiden Behandlungen waren die Schmerzen und die Kniefunktion bei den Patienten, die operiert wurden, im Vergleich zu Patienten, die konservativ behandelt wurden, nur minimal verbessert. Nach zwei Jahren zeigten sich keine Unterschiede mehr zwischen den beiden Patientengruppen in Bezug auf Schmerzen und Kniefunktion.

 

Dass eine Operation keine besseren Ergebnisse bei Meniskusschäden erzielt, stellten auch Lee und seine Kollegen und Kolleginnen 2018 in ihrer Meta-Analyse² fest. Demnach sollte immer zuerst eine konservative Behandlung durchgeführt werden. Erst wenn diese Behandlung keine Erfolge zeige, solle operiert werden.

fazit

Eine Operation lindert Schmerzen und verbessert die Kniefunktion häufig nicht nachhaltig besser als eine konservative Therapie.

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quellen

¹Brignardello-Petersen R, Guyatt GH, Buchbinder R, Poolman RW, Schandelmaier S, Chang Y, Sadeghirad B, Evaniew N, Vandvik PO (2017):  Knee arthroscopy versus conservative management in patients with degenerative knee disease: a systematic review. BMJ. 7:e016114.

²Lee D-Y, Park Y-J, Kim H-J, Nam D-C, ParkJ-S, Song S-Y, Kang D-G (2018): Arthroscopic meniscal surgery versus conservative management in patients aged 40 years and older: a meta-analysis. Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery. 138(12),1731-1739.